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(de) NZ, Aotearoa, AWSM: Polar Blast - Herrschaft: Der wahre Feind der Freiheit (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Thu, 7 May 2026 07:23:47 +0300


Wenn Freiheit mehr ist als die Abwesenheit direkten Zwangs, und wenn sich Marktfreiheit als Mechanismus der Herrschaft statt der Befreiung erweist, wogegen kämpfen wir dann eigentlich, wenn wir für Freiheit kämpfen? Die anarcho-kommunistische Antwort lautet: Herrschaft in all ihren Formen. Und dies ist ein wesentlich umfassenderer Begriff als der Kapitalismus allein, obwohl der Kapitalismus ihr gegenwärtig am weitesten verbreiteter Ausdruck ist. Herrschaft im anarchistischen Sinne ist jede Beziehung, in der eine Partei die Macht hat, eine andere zu zwingen, ihre Lebensbedingungen zu bestimmen, ihre Arbeitskraft auszubeuten, ihre Möglichkeiten einzuschränken, sie einzuschüchtern, und dies strukturell tut, nicht bloß als individueller Gewaltakt. Herrschaft ist nicht nur der Chef, der die Arbeiter anschreit, sondern das gesamte Lohnsystem, das Arbeiter überhaupt erst von Chefs abhängig macht. Sie ist nicht nur der rassistische Polizist, sondern der institutionelle Apparat rassistischer sozialer Kontrolle, der bestimmte Gruppen systematisch verwundbar macht. Es ist nicht nur der gewalttätige Partner, sondern die patriarchale Wirtschafts- und Kulturordnung, die Menschen in Beziehungen gefangen hält, aus denen sie sich nicht befreien können.
Bakunin identifizierte drei Hauptquellen der Herrschaft seiner Zeit: Kirche, Staat und Kapital. Er verstand diese als sich gegenseitig verstärkende Strukturen, die einander stützen und Formen der Unfreiheit hervorbringen, die sich gegenseitig durchdringen und verstärken. Die Kirche mystifizierte Ungleichheit als göttlich verordnet; der Staat setzte sie durch Recht und Gewalt durch; das Kapital schöpfte den Überschuss ab, der die herrschenden Klassen mächtig genug machte, beides aufrechtzuerhalten. Für Bakunin war es ein selbstzerstörerisches Unterfangen, eine dieser Institutionen zu bekämpfen, ohne die anderen zu bekämpfen.
Spätere anarchistische Denkerinnen erweiterten diese Analyse. Emma Goldman und Voltairine de Cleyre bestanden darauf, dass das Patriarchat als grundlegende Herrschaftsstruktur einbezogen werden müsse, dass die Unterordnung der Frau kein Nebenaspekt oder sekundärer Widerspruch sei, sondern in dieselbe Logik von Hierarchie und Autorität eingebaut sei, die der Anarchismus bekämpfte. Goldman verstand insbesondere, dass eine Revolution, die die Arbeiterklasse befreite, die Unterdrückung der Frauen aber unangetastet ließ, keine Revolution, sondern lediglich eine Neuordnung der Machtverhältnisse wäre. Ihr Freiheitsbegriff war sowohl explizit persönlich als auch politisch; er umfasste die Freiheit der sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmung, die Freiheit, zu lieben, wen und wie man will, und die Freiheit von den spezifischen Unfreiheiten, die patriarchale Institutionen Frauen auferlegten.
Pjotr Kropotkin trug eine andere, aber ergänzende Erkenntnis bei: Herrschaft sei weder natürlich noch unvermeidlich, noch Ausdruck eines tiefen menschlichen Triebes nach Hierarchie und Konkurrenz. In "Gegenseitige Hilfe: Ein Faktor der Evolution" argumentierte er auf der Grundlage umfangreicher naturalistischer und historischer Belege, dass Kooperation, Solidarität und gegenseitige Unterstützung für das Leben von Mensch und Tier mindestens genauso grundlegend seien wie Konkurrenz. Das Bild der Natur als blutrünstiger Kampf, die sozialdarwinistische Erzählung vom natürlichen Krieg aller gegen alle, war ideologisch geprägt; sie naturalisierte die Brutalität des Kapitalismus, indem sie diese auf einen imaginierten Naturzustand projizierte. Tatsächlich haben sich menschliche Gesellschaften über weite Strecken der Geschichte durch Netzwerke gegenseitiger Fürsorge und kollektiver Selbstorganisation erhalten. Hierarchie war eine historische Folge, kein biologisches Schicksal.

Dies hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Freiheit. Wenn Herrschaft nicht natürlich, sondern konstruiert ist, wenn Autorität, Hierarchie und Ausbeutung von bestimmten historischen Kräften geschaffene und aufrechterhaltene Strukturen sind, dann können sie abgebaut werden. Die Menschen sind nicht dazu verdammt, einander zu unterdrücken. Wir sind fähig, unser Leben auf der Grundlage freier Vereinigung, gegenseitiger Hilfe und freiwilliger Kooperation zu gestalten. Freiheit ist kein utopischer Traum, sondern eine reale menschliche Möglichkeit, die bereits in den Praktiken der Solidarität, der Fürsorge und der kollektiven Selbstverwaltung aufblitzt, die selbst in der kapitalistischen Gesellschaft fortbestehen.

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