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(de) Italy, FDCA, Cantiere #41 - Menschliche Bedürfnisse und Anforderungen - Paola Perullo (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Thu, 5 Mar 2026 07:40:24 +0200


Die Auseinandersetzung mit der Frage nach Kultur und Bildung als Befreiung von der Idee der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen führt unweigerlich zur Frage der menschlichen Natur, die weiterhin erforscht und geklärt werden muss. Betrachtet man die revolutionärsten Entdeckungen der Humanbiologie der letzten fünfzig Jahre, so darf die Entdeckung der menschlichen Geburt durch den römischen Psychiater Massimo Fagioli nicht unbemerkt bleiben. Dieser Sichtweise zufolge besteht der Mensch nicht nur aus Bedürfnissen, sondern auch aus Anforderungen. Ausgehend von Marx' Erkenntnissen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die Möglichkeit, die Unmenschlichkeit der kapitalistischen Gesellschaft durch den Kampf gegen die Ausbeutung des Menschen zu überwinden, stellt sich die Frage, ob wir, sobald die materiellen Bedürfnisse befriedigt sind, die wahre Erfüllung des Menschen erforschen können, indem wir Bedürfnisse berücksichtigen, allen voran jene, die mit zwischenmenschlichen Beziehungen sowie emotionaler und sexueller Zuwendung verbunden sind. In einem Zeitalter, in dem das Neugeborene noch nichts vom Leben weiß, ist es bereits fähig, sich durch das Anlegen an die Brust und das Entwickeln von Vertrauen in die Menschheit etwas vorzustellen.

Gleichheit gründet sich auf die menschliche Geburt, denn die Entstehung des Denkens aus der körperlichen Biologie ist ein universelles Phänomen, das alle Menschen betrifft. Diese Idee der Gleichheit von Geburt an ist revolutionär und gibt uns die Möglichkeit, einen Kulturkampf gegen jeglichen Rassismus zu führen: Wenn wir über die Befriedigung von Bedürfnissen und die Erfüllung von Forderungen hinausdenken, müssen die Benachteiligten ohne Betteln aus ihrer Lage befreit werden, denn die menschliche Identität ist für alle gleich. Wenn der Begriff der "menschlichen Identität" bekräftigt wird, verschwinden die Begriffe "Fremder" und "anders".

Die menschliche Identität entsteht mit der Geburt; dies zu leugnen bedeutet, die Menschlichkeit in uns zu töten und Gewalt als unvermeidliche Form menschlicher Beziehungen zu rechtfertigen, was - neben Rassismus - zu Krieg führt. Aus dieser Perspektive lässt sich selbst die Frage der Frauenemanzipation nicht als bloße Erlangung formaler Gleichstellung verstehen: Sie hat Auswirkungen auf jede Perspektive menschlicher Emanzipation.

Für diejenigen, die die Gedanken von Kindern und Jugendlichen prägen, ist es meiner Ansicht nach unerlässlich, der dominanten rechten Kultur, die die Realität als unveränderlich betrachtet und auf rassistischen Vorstellungen der menschlichen Natur beruht, eine neue Kultur entgegenzusetzen - einen "neuen Humanismus", der mit der Frage nach dem Wesen des Menschseins beginnt. Das menschliche Leben beginnt mit der Geburt und einer Reaktion des Gehirns auf Licht, die Fagioli als "Verschwindefantasie" bezeichnet: Das Kind schließt die Augen vor dem Lichtreiz und lässt alles, was es stört, verschwinden - unbelebte Dinge wie Licht, Lärm und Gegenstände. Gleichzeitig entwickelt es ein Fantasiebild, das aus dem Wunsch nach menschlicher Verbindung entspringt. Dieses Bedürfnis nach Verbindung hat nichts mit der Repräsentation der Außenwelt zu tun und ist auch nicht an die fünf Sinne gebunden; es ist ein Produkt des Denkens, dessen Ursprung in der Erinnerung an den biologischen Kontakt mit dem Fruchtwasser liegt.

Obwohl die menschliche Geburt aus positivistischer Sicht der Geburt anderer Lebewesen ähneln mag, steht sie in einem dynamischen Verhältnis zur umgebenden menschlichen Realität, die weitaus reicher und komplexer ist als die anderer Säugetiere. Mit der Geburt entsteht daher nicht nur das Bedürfnis nach Nahrung, sondern auch das nach emotionaler Bindung. Angesichts der Zerbrechlichkeit dieses Augenblicks ist es entscheidend, dass das Neugeborene eine angemessene Antwort auf sein Bedürfnis nach Liebe findet, denn sein psychisches Wohlbefinden und seine menschliche Erfüllung hängen maßgeblich von diesem Beginn ab. Wie jedes Lebewesen stirbt auch das Neugeborene, wenn seine physischen Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Anders als bei anderen Lebewesen werden jedoch seine emotionalen Bedürfnisse verletzt, wenn das Bedürfnis nach Bindung nicht befriedigt wird. Bedürfnisse sind der menschlichen Realität inhärent, entgegen jeglichem Idealismus, denn auch der Geist entwickelt sich durch einen physischen Akt. Die Dynamik der Geburt, bedingt durch die biologische Natur der Vorstellung vom Verschwinden und die intuitive Hoffnung auf die Existenz einer Brust, ist vollständig in den Eigenschaften der menschlichen Spezies verwurzelt. Folglich sind zwischenmenschliche Beziehungen zentral für die Entwicklung des Denkens und das Wohlbefinden des Einzelnen. Für den biologischen Determinismus, die Idee eines göttlichen Ursprungs des Denkens oder gar die Aufklärungsidee, nach der das Denken durch die fünf Sinne geformt wird, bleibt kein Raum.

Der Marxismus sucht nach der Erfahrung, die den Inhalt für das Denken in Gesellschaftsanalysen, Ideologien, Kultur und den Bedingungen, die irdisches Glück und Unglück bestimmen, liefert. Er verortet die menschliche Erfahrung, die dem Denken zugrunde liegt, jedoch in ökonomischen Beziehungen und vernachlässigt damit die gesamte Lebensphase vor der Herausbildung des Erwachsenen und somit die Geburt. Was könnte geschehen, wenn die Idee einer von Natur aus egalitären Menschheit, die sich im Austausch von Liebe und Brüderlichkeit mit anderen Menschen verwirklicht, Eingang in die Kultur fände?

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